Geisenhausen – Etwa 20 Kinder und 15 Erwachsene lauschten am 11. Oktober gespannt der Lesung der Autorin Efua Traoré im Bürgerhaus Geisenhausen. Im Rahmen der Interkulturellen Wochen Landshut stellte die deutsch-nigerianische Autorin ihr vielfach ausgezeichnetes Jugendbuch „Die Kinder des Treibsandes“ vor. Organisiert und finanziert wurde die Veranstaltung in Kooperation mit der Gemeinde Bücherreich Geisenhausen , dem Bunten Miteinander Geisenhausen e.V. sowie dem Projekt Kids/Teens of Colour vom KWC – Kid’s World Cup e.V..
Traorés Buch entführt die Leserinnen und Leser in ein abgelegenes nigerianisches Dorf, in dem das Mädchen Simi den Sommer bei ihrer Großmutter verbringen soll. Doch bald merkt sie, dass in dem scheinbar ruhigen Ort viele Geheimnisse schlummern. Als ein Kind verschwindet, begibt sich Simi auf eine gefährliche Suche – und stößt auf uralte Mythen, verborgene Kräfte und die Magie der Natur. Besonders faszinierend sind die Bezüge zu westafrikanischen Legenden, wie etwa dem geheimnisvollen Buschbaby – ein mystisches Wesen, das nachts im Wald heult und Kinder in die Irre führen kann. Diese Figur, in Nigeria auch als „Owl Baby“ oder „Kokoma“ bekannt, hat Traoré schon als Kind in ihren Träumen verfolgt – und fand nun ihren Weg in die Literatur.
In der Lesung verknüpfte Efua Traoré gekonnt Passagen aus ihrem Buch mit persönlichen Erinnerungen an ihre Kindheit in Nigeria. Sie erzählte von einfachen Verhältnissen im Dorfleben, vom abendlichen Geschichtenerzählen unter freiem Himmel und von der tiefen Verbindung zur Natur – alles Erfahrungen, die ihre Bücher stark prägen. Besonders die Kinder im Publikum waren begeistert von der authentischen Erzählweise und stellten viele neugierige Fragen zur Geschichte, den Figuren und den afrikanischen Mythen.
Die Lesung wurde zu einem lebendigen Austausch über Kulturen, Herkunft und Fantasie. Efua Traoré gelang es, mit ihrer Geschichte Brücken zu schlagen – zwischen Ländern, Generationen und Weltanschauungen. Ein gelungener Beitrag zur interkulturellen Verständigung – und ein starkes Plädoyer für Vielfalt in der Kinder- und Jugendliteratur.